Grossstadt Hund

Mira & Julia haben aus dem B Wurf die kleine Soma gekauft. Sie wohnen nun zu dritt in einer Wohnung im schönen München. Ich wollte gerne wissen, wie das funktioniert.


Braucht ein Hund ein Haus mit Garten zum Leben ?


Diese Frage haben wir uns auch gestellt. Mit einer Wohnung im neunten Stock hoch über München hatten wir doch auch kurzzeitig Bedenken, ob das "hundefreundlich" ist. Zwar wohnen wir direkt an großen Grünanlagen, aber benötigen doch einen kurzen Moment, bis wir "vor der Türe" sind. Wir haben das im Gespräch gleich thematisiert. Die Antwort lautete: Das kommt auf Euch an. Den Garten braucht nicht der Hund, das ist für den Halter eben einfacher, wenn es mal schnell gehen muss (weil er einfach nur mal die Tür aufmachen kann oder der Hund im Grünen sein kann, ohne dass Mann/Frau sich gleich anziehen muss und die Wohnung verlassen muss/ Anmerkung der Red) Am Anfang als Soma häufig mal Pippi musste, haben wir uns tatsächlich die ersten Wochen ein Stück Rollrasen auf den Balkon gelegt. Roland der Rollrasen hat uns dann gut durch die ersten Nächte gebracht, als Soma noch nicht durchgeschlafen hat.

Ihr habt ja das Soma - Landei bei Euch aufgenommen .. wie habt Ihr sie an das Leben in der Stadt gewöhnt ? gleich mal eine Jahresmitgliedschaft bei der Münchner Schickeria abgeschlossen ;) Nein, jetzt mal im Ernst: Routine gibt Sicherheit. Deswegen haben wir uns vorher genau überlegt, womit Soma im Alltag konfrontiert ist und was sie können sollte, damit sie sich entspannt durch die Stadt bewegen kann. So haben wir uns z.B. auf eine Bank gesetzt und nur alles " beobachtet": Fußgänger, Rollkoffer, Skater, Joggern etc. Danach ging es einfach wieder nach Hause.

Ganz oben steht natürlich öffentliche Verkehrsmittel - das Auto nutzen wir höchstens am Wochenende, um in die Berge zu fahren. Das heißt: Bus, Tram, S-Bahn und U-Bahn fahren, sowie entspannt im Fahrradanhänger sitzen, sollte Soma von Anfang an lernen. Wir haben jedes Verkehrsmittel in einzelne Etappen aufgeteilt, um sie an die Umgebung zu gewöhnen.


Beispiel S-Bahn fahren: am ersten Tag saßen wir mal zehn bis 15 Minuten mit ihr und einer Decke an der S-Bahn Station, ohne, dass es etwas passiert ist. Einfach nur um die Geräusche kennen zu lernen. Am zweiten Tag sind wir dann mal eingestiegen und direkt wieder ausgestiegen. Am dritten Tag unter Bestechung von Leckerlis eine Station gefahren. Am vierten Tag sind wir dann zwei Stationen gefahren, und so weiter. Ich glaube, das Muster ist klar :) In München können Hunde fast in jedes Restaurant und Café mit. Daher haben wir das auch relativ bald schon angefangen mit ihr - immer mit dabei: ihre Decke (gewohntes Umfeld) und ne Kaustange, zum Stressabbau. Als Tipp: von Anfang an eine Liste machen, wo der Hund im Alltag mitkommen soll. Das hilft dann wirklich, um sich einen Überblick zu verschaffen und nichts zu "vergessen" :)

Wieviel Zeit beansprucht der Hund täglich ? Was ist Euer “Programm” und wie vereinbart ihr das mit Arbeit ? Wir gehen insgesamt circa eine bis maximal eineinhalb Stunden am Tag spazieren. Wir variieren immer mit den Zeiten, Location und der Dauer des Spaziergangs, damit sich Soma nicht an einen bestimmten Rhythmus gewöhnt und das täglich einfordert. So bleiben wir alle drei flexibler. Am wichtigsten ist die Mini-Runde um den Block direkt vor dem Bett gehen, dadurch schläft Soma durch - sehr zu empfehlen also :) Zweimal am Tag üben wir mit Soma Grundgehorsam - Sitz, Platz, Pfote und so weiter. Das steigern wir jetzt langsam und binden auch mal Dummy-Training mit ein.

Wir haben uns bewusst erst nach eineinhalb Jahren Pandemie für einen Hund entschieden, als sicher war, wie es mit Home Office bei uns weitergeht. Wir haben einen reinen 100% Home-Office Vertrag, beziehungsweise einen so-gut-wie-ausschließlichen Home-Office Vertrag mit der Option einen Hund mit ins Büro zu nehmen. Wir gehen in der Mittagspause einfach eine Runde spazieren und machen jetzt mehr Pausen als vorher. Letztendlich haben wir mit Soma unsere Arbeitssituation sogar verbessert.



War ein DSG die richtige Wahl?

ABSOLUT! Die Agilität, der Spaß am Lernen, das Verkuschelte, die Neugier und die Charaktereigenschaft Clown hat uns von der Rasse überzeugt. Wir sind beide gerne draußen und aktiv, da passt ein DSG perfekt in unser Leben! Auch die Größe ist perfekt für uns: In der Stadt hat man weniger Platz und beim Wandern im steilen Gelände kann man sie auch mal locker hochheben. Wir freuen uns schon drauf, wenn wir mit Soma Laufen und Wandern gehen können. Gleichzeitig ist sie aber keine "Fuß-Hupe", sondern eben ein richtiger Hund ;) Welche Empfehlung hättet ihr an zukünftige Welpenkäufer ?


Augen auf beim Hundekauf!

Wichtigste Frage: kann ich einem Hund in meinem Leben genügend Aufmerksamkeit und Zeit schenken?

Zweitwichtigste Frage: kann ich mir einen Hund leisten?

Anschaffung, Versicherungen, Futter, Ausstattung, Tierarztbesuche - sofern man keine 150.000 Instagram-Follower hat, muss man für diese Sachen auch Geld bezahlen :)

Dritte Frage: Will ich einen Rassehund und wenn ja, welchen?

Diese Frage erfordert auch etwas Selbstreflexion... "Ich hole mir einen agilen und aktiven Hund, DAMIT ich auch mal mehr rausgehe und mit dem Laufen anfange", ist vielleicht eine etwas schwierige Ausgangslage ...

Wir empfehlen auf jeden Fall: fühl dich wohl mit deiner potentiellen Züchterin! Dein Hund soll dich ja mindestens fünfzehn Jahre gesund durchs Leben begleiten. Die richtige Züchterin für uns zu finden, war uns eine Herzensangelegenheit. Wenn es mal eine knifflige Situation gibt, dann holen wir uns da Rat. Und auch unsere Whatsapp-Welpen-Runde (die Gruppe mit allen Käufern des Wurfes) ist ein super "Ort" sich auszutauschen. Im Austausch sollte man auch ehrlich sein, es gibt keine perfekte Erziehung - jeder setzt andere Schwerpunkte und wir stellen jeden Tag fest, wie viele Fehler wir machen. Es geht darum, jeden Tag dazu zu lernen und auch Input von anderen anzunehmen.


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