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Zucht und Gewerbe


Ich war zwischenzeitlich mit 3 anderen deutschen Kolleginnen ( Claudia Harnisch / v. Kattulthof; Stephanie Bettink / Palation Lion Dog, Andrea Kampffmeyer / Allezhopp) in Dänemark zu einem Treffen der DSG Rasseclubs. Wen es interessiert unten eine Zusammenfassung des Treffens.


Es wurde viel geredet und man mag darüber denken was man will, aber ich finde es gibt einen wirklich guten Ansatzpunkt in dem Papier für die deutschen Züchter. Der besagt, daß natürlich jeder züchten kann was er will, aber jeder sollte doch den historischen Kontext kennen, d.h. die Guidelines und Regeln, die die Rasse zu dem macht, was wir heute an ihr lieben. Und die zweite richtige Aussage ist, daß kein Land es schafft, die Rasse so zu züchten, wie sie nach dem Standard sein soll, ohne dabei auf die 'Mutterländer' Skandinaviens zurück zu greifen.


Kurzum, wir brauchen die Pedigrees der Nordländer, sei es durch Deckrüden oder Hündinnen. Die Blutlinien in Deutschland sind zu eng ! Wir müssen uns im Sinne der Rasse darum bemühen, die genetische Diversität zu erhalten bzw zu fördern.


Ich spreche hier ALLE Züchter an. Nicht nur die, die im Rahmen des VDHs züchten. Auch die , die in andern Clubs oder Vereinen züchten. Alle behaupten ja immerhin, sie züchten DSG. Also sollte doch auch jeder ein Interesse daran haben, die Rasse zu erhalten.


Was ich dazu allerdings im Netz manchmal an 'Fundstücken' finde, hat aus meiner Perspektive wenig mit engagierter Zucht zu tun. Für mich ist es immer kritisch zu lesen, wenn Rüden mit einem Aufruf im Internet gesucht werden und das auch noch begrenzt in einem gewissen km-Radius. Es gibt wenig Rüden mit interessantem Pedigree, gesund und gut aussehend. Die sind sehr rar gesäht. Wenn ich nicht bereit bin einen Weg auf mich zu nehmen, wird's eng mit der Zucht. Manchmal sehe ich Hundebabies, die schon von Anfang an dünn und schmächtig sind, oder Hunde, die mit einem äusserst nervösen Nervenkostüm ausgestattet sind, daß sie medikamentös behandelt werden müssen. Ich finde lange posts über Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten, Allergien und andere Krankheiten. Und selbst die Züchter, die engagiert einen PLL test machen (ein Hoch hierauf!), denken damit wäre es getan. Nein. Laut SKK sind die häufigsten Krankheiten beim DSG Magen/ Darm und obere Harnwegserkrankungen. Aber es geht ja nicht nur um Krankheit. es geht um Diversität, Character und Aussehen. Der Hund braucht einfach ein bisschen Masse und Hunde unter 5 KG z.B. sind nicht typ gerecht.


Also bitte liebe Käufer, schult Euer AUGE, damit ihr wisst wie ein DSG so in etwa aussieht, fragt nach dem Inzuchkoeffizienten der Verpaarung ! (und anderen Tests) und guckt wo die Hunde herkommen. Die Paarung muss stimmen. Engagiert Euch doch bitte für die Rasse und kämpft für Ihren Erhalt. Es ist doch auch in Eurem Sinn. Traut Euch und habt den Anspruch.


Zucht ist immer Manipulation am Leben. Wir wollen doch nicht diese schöne, gesunde, diverse, archaische Rasse versauen durch Unwissenheit, Naivität, Ehrgeiz und Gier. Noch ist der DSG gut aufgestellt. Aber die Grenzen verwischen. Der Käufer hat's in der Hand!


Und wie immer an die Käufer, die sich für Zucht eigentlich nicht interessieren ... wenn ihr den Hund wollt, den ihr im Internet in Form einer Rassebeschreibung gefunden habt, dann kauft auch den Rassehund und nicht den getupften irgendwie Vertreter. Schult Euer Auge bevor ihr in Verzückung geratet bei Welpen. Alle Welpen sind niedlich. Aber nicht alle Welpen entsprechen dem Standard.


Hier eine wilde Auswahl typischer DSG. Bitte achten Sie auf die Brust, die Knochendichte, den definierten Kopf mit klarem Stopp etc. (Fotos aus dem Netz von Kennel Palation Lion Dog, Vom Kattulthof, Kennel Benzelias, Adorados, Kennel Hoppfallera, Ewa Gageot Bjurström)



Dies ist das offizielle Papier der Zusammenfassung des Treffens in Dänemark.







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2 Comments


Danke für diesen wichtigen Text, der sich eindringlich und klar damit befasst, um was es bei der Zucht des DSG geht (das gilt natürlich für jede Rasse und jede Tierart). Mögen viele potentielle Käufer und vor allem Züchter diese Informationen lesen, mögen sie sich Gedanken machen und mögen sie sich das Gelesene zu Herzen nehmen - zum Wohle des Tieres.

Andrea Kampffmeyer I VDH I Allez Hopp‘s Dansk Svensk Gårdhunde

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Vielen Dank für einen weiteren wichtigen aufklärenden Artikel. Es ist fantastisch, dass du dir so viel Mühe machst um Wissen weiter zu geben!

Dass Menschen mittelfristig mit ihrer Kaufentscheidung stark beeinflussen, was "angeboten" wird, kann ich durch meinen beruflichen Hintergrund als Marktforscher in der internationalen Produktentwicklung nicht nur für die Hundezucht bestätigen.

Und selbst wenn Ihnen die Zukunft der Rasse an sich nicht wichtig ist, oder sie denken ihre Entscheidung hätte keinen Einfluss auf die Zucht, denken sie im eigenen Interesse nicht „ach, wenn ich dafür Zeit und Geld spare, ist es einen Kompromiss wert“ - ein DSG lebt sehr lange. Ein gesunder Hund mit solider Sozialisierung und einem geerbtem gutem Wesen spart im Laufe seines Lebens eine Menge Tierarzt-…

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